Andacht am 1. Advent, 29.11.2020

Der Friede Gottes sei mit Euch!

Heute beginnt die Adventszeit. Wir zünden die erste Kerze an.

In diesem Jahr ist es ein besonderer Advent. Gerade in diesem Jahr brauchen wir das Licht nötig.

Wir zünden Kerzen an und vertrauen darauf: Das Licht hat große Kraft.

Von Woche zu Woche wird es heller werden, am Adventskranz und in unseren Herzen.

Lied: EG 1 „Macht hoch die Tür“

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;

es kommt der Herr der Herrlichkeit,

ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,

der Heil und Leben mit sich bringt;

derhalben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Psalm

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?

Es ist der Herr, stark und mächtig; der Herr, mächtig im Streit.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?

Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Gebet

Jesus Christus, du bist das Licht der Welt,

das uns leuchtet auf dem Weg unseres Lebens

und in den Finsternissen der Zeit.
Öffne unsere Augen für deine Gegenwart.
Öffne unsere Ohren für dein Wort.

Öffne unser Herz für deine Liebe, dass wir Licht werden für andere.

Amen.

Predigt

Advent: Ankunft. Ankunft Gottes in der Welt. Wir warten darauf.
Advent bedeutet Warten – darauf, dass alles wieder gut wird; dass es wieder hell wird in unseren Herzen; dass Angst und Sorgen vergehen und der Hoffnung weichen.
Ich warte darauf, dass die Tränen, die am Totensonntag geflossen sind, allmählich versiegen und der Schmerz ein Ende hat. Ich warte darauf, dass endlich Frieden wird. Im Nahen Osten und an so vielen anderen Orten auf der Welt. Ich warte darauf, dass Machthaber wieder respektvoll miteinander umgehen und Menschenrechte nicht mit Füßen treten. Ich warte darauf, Menschen wieder ohne Maske ins Gesicht schauen und zur Begrüßung die Hand schütteln zu dürfen. Ich warte darauf, dass ich wieder im Chor singen und ins Theater gehen kann und dass Weihnachtskonzerte in der Kirche stattfinden. Ich warte darauf, dass ich wieder für Freunde kochen kann und dass meine Christrose zu blühen beginnt. Ich warte. Voller Hoffnung, voller Sehnsucht. Manchmal ungeduldig. Manchmal vergebens.
Dieser Advent ist so anders. Auf viele liebgewordene Traditionen müssen wir in diesem Advent verzichten – auf den Weihnachtsmarkt, auf das Weihnachtsmärchen im Theater, auf Weihnachtsfeiern in großer Runde. Und trotzdem werden Advent und Weihnachten nicht ausfallen. Denn wann, wenn nicht jetzt, schenken die Worte der alten Propheten Hoffnung und Trost? „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und er reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ (Sach 9,9) Das Warten hat ein Ende. Gott kommt zu uns. Als ein Helfer. Und er ist gerecht. Er kommt nicht auf einem hohen Ross, wie wir es von den Königen dieser Welt erwarten. Er kommt einfach und arm – auf einem Esel. Und er kommt nicht zuerst zu den Mächtigen der Welt. Er kommt zu uns. Nach Hause. In unsere adventliche Wohnung, in der bereits das erste Licht am Adventskranz angezündet ist. Gott kommt zu uns. Und wir wollen ihm entgegengehen. So ist der Advent auch eine Zeit der Vorbereitung auf Gottes Ankunft in der Welt. Die Kerzen, die wir im Advent anzünden, erleuchten das Dunkel und machen den Weg hell, auf dem wir ihm entgegengehen.

Heute werden überall in den christlichen Kirchen wunderbare Adventsaktionen eröffnet. „Licht in der Dunkelheit“ heißt die Aktion unserer Landeskirche. Jeden Abend um 19.30 Uhr sind wir eingeladen, eine Kerze ins Fenster zu stellen und dieses Gebet zu sprechen: Wir stellen eine Kerze ins Fenster. Wir schauen deinen Stern. Du führst uns durch dunkle Zeiten. Zieh bei uns ein Gott, wir sehnen uns nach deiner Wärme und Nähe. Sei uns nah, wir heißen dich willkommen.
Es wird ein anderer Advent werden in diesem Jahr. Und wir alle können dazu beitragen, dass das Adventslicht heller denn je leuchtet. Vielleicht haben Sie ja Lust sich an einer der Licht Aktionen zu beteiligen. Ganz egal, ob Sie abends ein Licht ins Fenster stellen oder einen Hoffnungsstern verschenken.

Es wird ein anderer Advent werden in diesem Jahr. Aber ausfallen wird er nicht. Denn er hat sich ja schon auf den Weg gemacht, der Friedefürst, der Gerechte und der Helfer. Er ist unterwegs zu uns. Genau da hin, wo wir gerade um unseren Job bangen und unsere Nerven wie Drahtseile blank liegen. Genau da hin, wo wir immer noch um einen lieben Menschen trauern. Er sitzt am Krankenbett und kommt in unsere Häuser. Nimmt neben uns Platz. Vielleicht nimmt er uns sogar in den Arm, weil er spürt, dass uns diese Nähe jetzt so sehr fehlt.

Und der Friede Gottes, der uns tiefer verbindet, als das Dunkel uns trennen kann, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Lied: EG 11 „Wie soll ich dich empfangen“

Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir,

o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?

O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,

damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

Gebet

Gott, Licht der Welt, nah und fern.
Hier sind wir. An vielen Orten, in vielen Häusern. Unter deinem Himmel.
Wir warten auf dich und sehen in das Dunkel der Welt.

In deine Hände legen wir:
unsere Angst und unsere Sorgen,
unsere Fragen und alle Ungewissheit,
unseren Jubel und all unsere Hoffnung.

Lass dein Licht leuchten.
An allen Orten, in allen Häusern. Unter deinem Himmel.

Wir denken vor dir an alle, die wir liebhaben. Was tun sie gerade?

Wir denken an all die Orte, die dich brauchen:
die Boote, die Krankenhäuser, die stillen Kämmerlein, die vollen Busse.

Und wir denken an deine Liebe, dein Leuchten.

Wir stellen uns und die ganze Erde in dein Licht.

Stille

Vaterunser...

Segen

Gott segne dich und behüte dich.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Pfarrerin Annika Hofmann!

 

Angebote der EKKW in Zeiten von Corona 

 

Kirche von zu Hause aus: Glaube und Gemeinde leben 

 

 

Fensterleuchten im Advent ...

... das sind 1, 2, 3, 4, ... 22, 23, 24 Fenster, die adventlich geschmückt sind und nacheinander beleuchtet werden.

... das ist ein adventlicher Spaziergang durch unsere Straßen, bei dem das neu erleuchtete Fenster entdeckt wird.

... das ist ein Rätsel, da in jedem Fenster ein weiteres Wort zu finden ist. Daraus ergibt sich am Ende ein Lösungssatz, von dem wir auch im Gottesdienst an Heilig Abend hören werden.

... das sind Zeichen der Helligkeit und Wärme, die wir in diesen kontaktarmen Zeiten so gut gebrauchen können.

... das sind 24 Fenster die für uns vorbereitet werden, gestaltet von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Großeltern, ....

... das ist Gemeinschaft und Ankunft spüren, denn Weihnachten ist nicht mehr weit !

 

Adventstag

Fensterleuchten im Advent bei ...

 

01.12.20

Familie Jordan, Stollberg 31

02.12.20

Familie Pfeffer, Gießenerstraße 18

03.12.20

Familie Tams, Stollberg 51

04.12.20

Familie Sohn, Stollberg 36

05.12.20

Familie Usbeck, Bergstr. 21

06.12.20

"Alte Schreinerei"- Claudia Hormel, Pfingststraße 24

07.12.20

Familie Finger, Auf der Zinn 1

08.12.20

Familie Wißner, Marburgerstraße 22

09.12.20

Familie Weiershausen, Falltorweg 7

10.12.20

Familien Schnabel / Jung, Auf der Schwärz 11

11.12.20

Familie Datow-Rohrmann, Rathausstraße 12

12.12.20

Familie Amling, Am Schulgarten 1b

13.12.20

Gemeinde Fronhausen, Schulstraße 19

14.12.20

Kita Krümelkiste, Grabenstraße 8

15.12.20

Familie Bodenbender, Gladenbacherstraße 7

16.12.20

Familie Boy, Alter Hof 12

17.12.20

Familie Böth & Törner, Auf dem Gleichen Morgen 3a

18.12.20

Familie Prediger, Am Bürgerhaus 4

19.12.20

Familie Speier, Stollberg 4

20.12.20

Familie Koch & Geißler, Gießenerstraße 1

21.12.20

Familie Koch, Gießenerstraße 16

22.12.20

Familie Netzer, Heinrich Bastian Straße 40

23.11.20

Familie Scholz, Heinrich Bastian Straße 42

24.12.20

Familie Fischer, Gießenerstraße 28 /

Ev. Kirchengemeinde Fronhausen, 16.00 Uhr Christvesper, Ort n.n.

 

 

Offene Kirche

Unsere Kirche hat in der Sommerzeit täglich von etwa 10-18 Uhr geöffnet. Seien Sie herzlich willkommen in unserem Kirchenraum! Besuchende finden dort vielleicht Ruhe und Entspannung, einen wohltuenden Abstand zum Alltag. Sie können dort auch unseren Kirchenführer erwerben. Herzlich Willkommen!

Die Kirche ist bis zum Jahresende geöffnet. Andachten können dort mitgenommen werden .