Andacht zu Pfingstsonntag, 31.05.2020 (Lied aus EG+ „Komm, Heil’ger Geist, mit deiner Kraft“

 

Pfingsten – Fest des Heiligen Geistes! Wenn alles grünt und blüht, der Wind die Schöpfung bewegt, können wir den Atem Gottes spüren, der uns berührt. Zum Pfingstfest passt ein Lied, das wir in unserem neuen Ergänzungsgesangbuch EGPlus finden. „Komm, Heil’ger Geist, mit deiner Kraft“. – Der Heilige Geist. Damit ist kein Gespenst gemeint, sondern Gott, der unsichtbar anwesend ist. In diesem Sinn verwenden wir das Wort Geist heute ja auch, wenn man sagt, in einer Familie, in einem Haus, in einem Betrieb herrsche ein guter Geist: eine gute Atmosphäre, ein Einverständnis, ein Zusammenhalt.

Komm, Heil’ger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft.

So heißt der Refrain dieses Liedes, das wir im EGPlus unter der Nummer 34 finden. „Komm, Heil’ger Geist“, das ist eine wichtige Bitte. Denn nur er kann Dinge tun, die wir nicht aus eigener Kraft schaffen. Es gibt Menschen, die sagen, sie brauchen Gott nicht, sie brauchen den Heiligen Geist nicht, weil sie eh alles alleine schaffen, und weil man sich sowieso selbst helfen muss. Lassen Sie sich von denen nicht verunsichern! Wozu brauchen wir den Heiligen Geist? Der Refrain des Liedes sagt: Er verbindet uns und er schafft Leben. Wer ohne den Heiligen Geist auskommen will, wird sehr leicht zum Ich-Menschen, zum Egoisten, zum Einzelkämpfer, der nur auf seinen eigenen Weg schaut, der nur schaut, wie er selbst am besten durchkommt. Der Heilige Geist aber verbindet Menschen, und dadurch schafft er Leben. Junge Menschen sind auf der Suche nach dem Leben, nach ihrem eigenen persönlichen Leben, nach ihrem eigenen Weg. Sie müssen lernen, dass man das Leben nicht als Einzelkämpfer findet, sondern nur gemeinsam mit anderen. Sie müssen lernen, dass man das Leben nicht gegen andere findet, sondern nur mit anderen.

1. Strophe: Wie das Feuer sich verbreitet und die Dunkelheit erhellt, so soll uns dein Geist ergreifen, umgestalten unsre Welt.

Die drei Strophen des Liedes geben Auskunft darüber, wie der Heilige Geist wirkt: Er wirkt wie das Feuer, wie der Sturm und wie die Liebe. Das lesen wir in Apostelgeschichte Kapitel 2, wo vom Kommen des Heiligen Geistes berichtet wird. Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen; und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

Der Heilige Geist wirkt wie Feuer. Damit ist aber nicht das Schadensfeuer gemeint, das zerstörende Feuer. Feuer kann nicht nur zerstören, es kann auch hell und warm machen. Auch so verwenden wir das Wort ja auch in unserem Alltag. Wenn man sagt, ein Mensch habe Feuer, dann meint man, dass er eine Lebendigkeit und eine Begeisterung in sich hat, die ansteckend ist und andere Menschen mitreißen kann. Wenn sich jemand vom Heiligen Geist begeistern lässt, so steht hier, dann kann er die Welt umgestalten. Ohne Gott geben sich Menschen mit den Gegebenheiten des Lebens und der Welt leicht zufrieden. Mit Gott bekommen sie die Kraft, etwas zu ändern. Die Welt muss nicht so bleiben, wie sie ist.

2. Strophe: Wie der Sturm so unaufhaltsam, dring in unser Leben ein. Nur wenn wir uns nicht verschließen, können wir deine Kirche sein.

Der Heilige Geist ist wie ein Sturmwind. Apostelgeschichte 2,2: Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Eine Kirche und Gemeinde braucht immer wieder frischen Wind. Sie kann nicht so bleiben, wie sie ist. Kirche ist nur Kirche, wenn sie sich bewegen lässt, wenn sie Neues versucht, wenn sie sich Neuem öffnet. Das heißt nicht, dass dauernd krampfhaft alles neu werden muss. Das heißt nicht, dass Kirche dauernd der neuesten Mode hinterherlaufen muss, die sich ja in kürzester Zeit ändert. Wir können zum Beispiel den Gottesdienst nicht um der Konfirmanden willen ganz und gar umkrempeln und neu machen. Aber doch bringen junge Menschen auch frischen Wind in eine Gemeinde. Und die Alteingesessenen und die Bewahrer bremsen dann hoffentlich nicht ganz und gar. Geändert hat sich unser Gottesdienst in der jetzigen Coronazeit. Es gibt Andachten to go, Videoandachten und bald auch wieder „live“-Gottesdienste, aber in etwas anderer, verkürzter Form.

3. Strophe: Schenke uns von deiner Liebe, die vertraut und die vergibt. Alle sprechen eine Sprache, wenn ein Mensch den andern liebt.

Der Heilige Geist ist Liebe und gemeinsame Sprache. Apostelgeschichte 2,6: Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

Der Heilige Geist hilft dazu und sorgt dafür, dass Menschen sich verstehen. Auch die verstehen sich, die verschiedene Sprachen sprechen. Übertragen heißt das: Wir sprechen die gleiche Muttersprache, aber das bedeutet noch lange nicht, dass wir uns verstehen müssen. Trotz der gleichen Muttersprache kann man verschiedene Sprachen sprechen und man kann aneinander vorbeireden. Man kann zum Beispiel auch sprechen mit der Art, wie man sich kleidet, schminkt oder frisiert. Mit der Art, wie man sich bewegt. Mit der Musik, die man mag. Man kann auch sprechen mit Augen und Händen. Und jeder soll ja seine Sprache nicht um des anderen willen aufgeben. Jeder darf seine Muttersprache behalten. Man lernt aber durch den Heiligen Geist, die Sprache der anderen zu übersetzen und zu respektieren, trotz der verschiedenen Sprache sich zu verstehen. Das hat, so sagt es die dritte Strophe, etwas mit Liebe zu tun: Man kann und muss nicht alle lieben. Auch in einer Kirchengemeinde kann nicht jeder jeden von herzen gerne haben. Liebe, das ist auch Respekt. Liebe, das ist Vertrauen und Vergebung, wie es hier steht. Dazu kann jeder seinen Teil beitragen. Das kann sich entwickeln. Amen.

Lied: „O komm, du Geist der Wahrheit“ (EG 136, 1.7)

1. O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, dass jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann.

7. Du Heil’ger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, dass wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund.

Fürbittengebet

Komm, Heiliger Geist, und begeistere die Herzen der Menschen.

Komm, Heiliger Geist, und erneuere die Welt durch deine Gaben.

Komm, Heiliger Geist, und schenke deiner Kirche die Sprache, die Liebe Gottes zu verkünden.

Komm, Heiliger Geist, und tröste alle, die im herzen traurig sind.

Komm, Heiliger Geist, und öffne uns und den politisch Verantwortlichen die Augen, damit wir füreinander handeln.

Komm, Heiliger Geist, und erfülle uns heute und allezeit.

Und mit den Worten Jesu beten wir: Vater unser im Himmel,…

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Ich wünsch Ihnen ein frohes und gesegnetes Pfingstfest!

Bleiben Sie behütet und gesund!

Ihre Prädikantin Sabine Klatt

31.05./01.06.2020

Angebote der EKKW in Zeiten von Corona 

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